Über uns

Wenn du mehr über unsere Beweggründe erfahren möchtest, lies dazu unseren internen Verhaltenskodex hier.

Das Fluid Team besteht zu einem sehr großen Teil aus weißen cis Menschen mit einem mehrheitlich akademischen Hintergrund und deutscher Staatsbürger*innenschaft. Unsere Gruppe vertritt queere und hetero Perspektiven. Mit diesen Machtdynamiken setzt sich das Team aktiv auseinander und ist im Prozess, das Konzept von Allyship und Powersharing zu erlernen und zu erarbeiten. 

Ausschreibungen

Disclaimer: In unseren Glossarien (unten im Abschnitt Verhaltensregeln) findest du Definitionen zu den Begriffen, die wir hier verwenden.

Hi ihr interessierten Menschen,

wir suchen aktuell nach Personen, die Lust haben gemeinsam mit uns wertschätzend zu arbeiten, voneinander zu lernen, um sicherere, schützende und stärkende Räume im Bereich der elektronischen Musik zu schaffen.

Unser Team besteht zu einem sehr großen Teil aus weißen, cis und endo Menschen mit einem mehrheitlich akademischen Hintergrund und deutschem Pass. Unsere Gruppe vertritt queere, trans* und hetero Perspektiven.

Wir setzen uns aktiv mit sozialisierten Machtdynamiken auseinander und sind als Team im Prozess, eigene Privilegien und Positionierungen zu reflektieren sowie das Konzept von Allyship und Powersharing mit Hilfe von Fortbildungen und Zuhören betroffener Perspektiven zu erlernen und zu erarbeiten. Wir sehen uns als Lern-, Verlern- und Erfahrungsraum, der einen niedrigschwelligen Zugang zur Veranstaltungsorganisation bietet, in dem alle Engagierten ihre Potentiale erkennen und entfalten können.

Uns wird von Außen öfter mal gesagt, dass wir sehr professionell aber auch einschüchternd wirken - wir versuchen tatsächlich oft unseren hohen Ansprüchen gerecht zu werden. Allerdings möchten wir uns und auch anderen Menschen unbedingt diese Angst davor, nicht gut genug zu sein, oder nicht die richtigen Worte zu finden, nehmen. Deshalb beschäftigen wir uns viel damit, wie wir mit uns wertschätzend und empowernd, umgehen können und suchen aktiv nach neuen und kontroversen Perspektiven.

Wir haben uns im Herbst 2020 gegründet und uns im Team viel verändert, reflektiert und uns auf unterschiedlichen Ebenen emotional unterstützt. Seit 2021 sind wir soziokratisch und im Konsensprinzip organisiert. Das bedeutet unter anderem, dass wir in 14 Kleinteams (Produktion, PR, Gestaltung etc.) arbeiten, wovon jeweils eine Person im Koordinationskreis ist. Der Koordinationskreis wird alle 3-6 Monate neu gewählt und trifft sich in einem zweiwöchigen Rhythmus, um Schnittstellen zu besprechen und essentielle Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig arbeiten und unterstützen wir uns je nach Bedarf auch über unsere Teams hinaus. Darüber hinaus gibt es alle zwei Wochen Plena mit der gesamten Crew, um uns gegenseitig upzudaten oder uns zu spezifischen, größeren Themen auszutauschen. Dazu gibt es regelmäßige Teamfahrten, auf welchen wir uns persönlicher kennenlernen und an verschiedenen Workshops zu z.B. Rassismuskritischem Denken, Feedbackkultur oder Wertschätzung teilnehmen.

Mittlerweile sind wir eine Crew aus etwa 40 Personen und stecken neben Lohnarbeit, weiterer Freiwilligenarbeit oder Studium einen Großteil unserer Energie in dieses Projekt. Wir sind uns bewusst, dass ehrenamtliche Arbeit wie diese ein zeitliches und finanzielles Privileg ist. Aus diesem Grund gibt es in unserer Organisation unterschiedliche “Commitment Level”, die sich auf verfügbare Kapazitäten und die daraus resultierenden Partizipationsmöglichkeiten beziehen. Außerdem tragen wir die Kosten der Teamfahrten aus dem Festivalbudget und teilen z. B. unsere Fahrtkosten solidarisch auf.

Neben dem Festival als Projektschwerpunkt setzt unser Kollektiv auch unterschiedliche Veranstaltungsformate im Raum Berlin, Hamburg und Leipzig um. Unser Ziel ist es, Orte zu erschaffen, die mit sozialen Konventionen brechen und Räume zu bieten, in denen sich jede*r wohlfühlen kann.

Wenn du Lust hast uns näher kennenzulernen und gemeinsam unsere Werte und Arbeit zu unterstützen, dann schick uns gerne eine Mail, überrasch uns mit einem Video, Podcast etc. Würden wir uns freuen, wenn du folgende Fragen ohne Leistungsdruck einfach als Anreiz nimmst, sodass wir dich direkt näher kennenlernen. Dabei geht es nicht darum dich oder deinen Wissensstand zu überprüfen, sondern einfach zu reflektieren wo du stehst, damit wir gemeinsam schauen können ob wir zueinander passen:

  1. Wieso hast du Lust mit uns zu arbeiten? Was motiviert und interessiert dich?

  2. Welche Perspektiven würdest du gerne mit ins Team bringen?

  3. Hast du dich mit (deinen) unterschiedlichen Privilegien und damit einhergehende Positionierung auseinandergesetzt? Wenn ja, inwiefern und wenn nein, warum noch nicht?

  4. Welche zeitlichen Kapazitäten und welches Commitment kannst du mitbringen?

Wenn du dich für ein oder mehrere Teams interessiert und bewerben möchtest, dann sende bitte bis zum 14. September 2022 eine Mail an crew@fluidfestival.de. Bitte schreibe in den Betreff das oder die Teams, für die du dich interessierst. Wir werden uns dann zeitnah bei dir melden und erklären, wie es weitergeht.

Zur Sprache: Leider können wir es aktuell nicht leisten die gesamte Organisation auf Englisch durchzuführen, weshalb die Ausschreibungen hier nur auf Deutsch stehen. Wenn du dir unsicher bist, ob deine Deutschkenntnisse ausreichen, dann melde dich gern dazu bei uns, dann können wir weiterschauen, ob und wie wir dich trotzdem einbinden können.

Mehr Informationen zu den Aufgaben in den Teams findest du hier unten:

Team Lecker Gastro:

Team Lecker ist in Interne und Externe Versorgung aufgeteilt. Die interne Versorgung (Crew, Artists, Dienstleistende) soll nächstes Jahr nach Möglichkeit ausgelagert werden. Die externe Versorgung ist unterteilt in die Bereiche „Food“ und „Beverages“. Da das Team klein ist, müssen keine Aufgaben alleine angegangen werden, da wir immer stetig im Austausch sind. Einige wichtige Aufgabenbereiche sind hier aufgelistet:

  • Akquise von und Kommunikation mit Essensständen, Kaffeestand etc.

  • Akquise von und Kommunikation mit Getränkepartner*innen

  • Koordination und Kalkulation von Getränkebestellungen

  • Beschaffung von Logistikmaterialien

  • Akquise von Personal für das Bar- und Logistikmanagement für die Festivaldurchführung

  • Ausarbeiten von Bar- und Logistikkonzepten für das Festivalgelände

  • Anfragen von Sponsorings gemäß internem Wertekompass/Code of Conduct

  • Lust auf Recherche- und Konzeptarbeit für nachhaltig-soziale Kooperationen im Food & Beverage-Bereich

  • Lust, den Gastro-Bereich mit eigenen Impulsen weiterzuentwickeln; Spielraum für das Erproben von neuen Konzepten und neuen Partnerschaften

  • stetiger Austausch mit den Teams Nachhaltigkeit und Produktion

Team PR

Das Team Public Relations kümmert sich um die Außendarstellung, sowie das Management aller öffentlichen Beziehungen. Hierunter zählt zudem das Grafikteam, welches alle gestalterischen & Design Fragen im Sinne unserer Corporate Identity löst.

  • Konzeption, Design, Betreuung und Umsetzung aller Social Media Auftritte auf Instagram, Soundcloud, Website etc.

  • Entwicklung von kreativen Ideen und Social Media Strategien

  • Community Management und Betreuung PR bezogener Anfragen

  • Einpflegen und Updaten aller Infos insbesondere in Schnittstellenarbeit mit allen anderen Teams

Du bringst mit:

  • Spaß am Texten und Brainstormen

  • Lust auf Betreuung des IG Auftritts und der Website

  • Wissensdurst und Lernwille (wir sind ein Lernprojekt!)

Team Gestaltung

  • Erste Praxiserfahrungen und handwerkliche Skills sind prima, aber keine Voraussetzungen.

  • Du verfügst über gestalterische Fähigkeiten und eine Spürnase für die neuesten Trends.

  • Du kannst dich für Farben, Formen, Materialien, Wirkung und Ästhetik

    begeistern.

  • Du entwickelst individuelle Designkonzepte für verschiedene Bereiche eines
    Festivals und prägst somit die gestalterische Entwicklung des Fluid Festivals.

  • Teamfähigkeit

  • Erfahrung im Umgang mit online Arbeit

  • Eigenständige und selbstorganisierte Arbeit

  • Kritikfähigkeit

Team Awareness

  • Aktive, motivierte Reflektion mit eigenen Privilegien

    • Queerfeministische und intersektionale Auseinandersetzung mit Privilegien, Machtdynamiken, Powersharing und Allyship sowie Aufdeckung und Aufarbeitung von Leerstellen jeglicher Art

    • Organisation und Akquirierung von Workshops (zu den obigen Themen)

    sowie intrinsisches Interesse an eigenen Lern- und Verlernprozessen

  • Austausch mit einem Awareness Team, das mit- und voneinander aus

    queer, trans* und Schwarzen Betroffenenperspektiven* arbeitet und lernt

  • Interne Bildungs- und Awareness Arbeit

  • Awareness Arbeit auf Fluid Veranstaltungen

    • Kooperation mit Kollektiven und Personalkoordination

    • Aktive Awareness Arbeit vor Ort (Host, Awareness Space, mobiles Awareness Team)

    • Schnittstellenarbeit mit Veranstaltungsteam

  • Zusammenarbeit mit Dienstleistenden

    vor, während und nach dem Fluid Festival: Security, Psycare, Sanitäter*innen

  • Awareness Arbeit auf dem Fluid Festival

    • Zusammenarbeit mit Kollektiven sowie Personalakquirierung und -koordination

    • Aktive Awareness Arbeit vor Ort (Awareness Space, mobiles Awareness Team)

  • Projektmanagement sowie übergreifende Schnittstellenarbeit

    mit allen Kleinteams (zum Beispiel Förderung, Finanzen, Entwicklung etc.)

  • Am besten bringst du selbst ein oder mehrere Betroffenenperspektiven mit. Bewerbung von FLINTA+, BI_PoC, LGBTQIA+ Personen und Menschen mit Be_hinderung sind ausdrücklich erwünscht!

Team Our Space

  • Schaffung von saferen/braver und empowernden Orten von der Community für die Community

  • Vernetzung und Zusammenarbeit mit externen Kollektiven aus marginalisierten Communities (FLINTA+, BI_PoC, neurodivergente Menschen etc.)

    • Unterstützung der Kollektive im Bereich Konzept-, Bildungs-, Programm- und Gestaltungsarbeit

  • Aktive Auseinandersetzung mit den Themen Powersharing und Allyship

    • Schnittstellenarbeit mit Team Awareness

  • Schnittstellenarbeit

    mit anderen Teams (Gestaltung, Produktion, Gastro etc.)

  • Am besten bringst du selbst ein oder mehrere Betroffenenperspektiven mit. Bewerbungen von FLINTA+, BI_PoC, LGBTQIA+ Personen und Menschen mit Be_hinderung sind ausdrücklich erwünscht!

News

08/2022: No-Nipple-Policy // Statement

Das erste Fluid Festival hat mit einer No-Nipple-Policy gearbeitet und wir wollen erklären warum:

Auf der einen Seite sind wir uns darüber bewusst, dass körperliche Freiheit für viele, insbesondere für die trans*, inter*, nicht binär und queer Community, eine Art des Empowerments darstellt. Auf der anderen Seite ist es in unserer heteronormativen, (cis-)sexistisch dominierenden Gesellschaft nicht allen Menschen möglich, ihren Oberkörper frei zu zeigen, ohne gewaltvolle Erfahrung zu erleben (falsch gelesen zu werden, sexistische Übergriffe zu erleben etc.). Körper von Menschen werden in unserer Gesellschaft unterschiedlich bewertet und vor allem weiblich gelesene Personen werden schneller sexualisiert.

Indem wir auf dem Fluid Festival Brustwarzen verdecken, möchten wir auf die ungleiche Oben-ohne-Politik aufmerksam machen und aufzeigen, dass gerade im medialen Raum oft nur bestimmte Brustwarzen zensiert werden. Für unser erstes Fluid Festival ist es uns wichtig gewesen, dass alle Besuchenden sich dieser Machtdynamik bewusst werden - dass männlich gelesene Personen und cis Männer davon kaum bis gar nicht betroffen sind - und dass eine Free Nipple Kultur eben nur dann möglich ist, wenn alle Besuchenden sensibel miteinander umgehen und sich sicherer fühlen.

Wir haben zum ersten Mal unsere Besuchenden kennen lernen und erleben dürfen. Wir sind sehr froh, dass sich so viele Menschen aus der queer Community angesprochen gefühlt und uns besucht haben. Da wir jedoch unser Publikum und den sensiblen Umgang miteinander vor der Veranstaltungsdurchführung nur schwer einzuschätzen konnten, aber wir uns bewusst für eine No Nippe Policy entschieden.

Wir allein schaffen mit unserem Code of Conduct keinen safer space, sondern nur mit allen Menschen gemeinsam. Uns ist wichtig, dass sich alle auf dem Fluid Festival sicherer fühlen können. Deshalb wollen wir einen achtsamen und bewussten Raum schaffen und privilegierte Gruppierungen sensibilisieren. Da die Schaffung sicherer Räume für unter anderem queere Menschen ein großes Anliegen für uns ist, möchten wir langfristig auf ein Free Nipple Festival hinarbeiten und uns als Allys weiter sensibilisieren, sodass sich jede marginalisierte Community gesehen und ernstgenommen fühlt.

Wir freuen uns über Austausch und eure Gedanken,

das Fluid Awareness Team

09/2022: Unsichere An- und Abreise für BI_PoC und queer gelesene Menschen // Statement

Liebe Besuchende, Mitarbeitende und Künstler*innen,

wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal an euch wenden, um die Ereignisse rund um die An- und Abreise Situation während des Fluid Festivals 2022 transparent zu machen, die insbesondere für die BI_PoC und Queere Community untragbar gewesen sind. Wir halten dies für notwendig, um unsere eigenen Leerstellen aufzuzeigen, Verantwortung für diese zu übernehmen und die dadurch entstandene psychische Mehrbelastung der Communities sichtbar werden zu lassen.

Am Dienstag den 21. Juni erreichte uns eine Nachricht über Instagram, dass die Bassliner Tickets über die Website nicht mehr zu kaufen seien. Daraufhin haben wir uns bei Bassliner nach der Ursache erkundigt und erfahren, dass es zu wenig Ticketkäufe gab und das Angebot daher durch Bassliner eingestellt wurde. Zu diesem Zeitpunkt gab es zwei Optionen für uns:

  • Die Kooperation aufrechtzuerhalten und aufgrund der zu wenig verkauften Tickets eine Summe von circa 12.000 Euro selber tragen zu müssen.

  • Die bereits verkauften Tickets zu stornieren und unseren Besucher*innen das Geld zurückzuerstatten.

Aufgrund des hohen finanziellen Risikos, zusätzlich bedingt durch stetig steigende Produktionskosten, und einer damit drohenden Insolvenz verbunden, sahen wir keine andere Möglichkeit, als den geplanten Bassliner Shuttle aus Berlin zum Festivalgelände zu streichen. Zu unserem Bedauern wurden wir nicht über die stagnierenden Verkaufszahlen von Bassliner informiert. Dadurch konnten wir weder unsere Besucher*innen frühzeitig informieren, noch rechtzeitig sichere Alternativen finden.

An dieser Stelle möchten wir uns dafür entschuldigen, unserer Verantwortung bei der Bereitstellung einer sicheren An- und Abreiseinfrastruktur nicht gerecht geworden zu sein. Das Nutzen öffentlicher Verkehrsmittel (zum Beispiel 9-Euro-Ticket) ist nicht für alle Menschen gleich selbstverständlich und flexibel. Für Menschen mit Diskriminierungserfahrungen kann dies mit Schwierigkeiten, gewaltvollen Erfahrungen und Ängsten verbunden sein. Durch Deutschland zu reisen ist nicht für alle gleichermaßen sicher. Es kann bedeuten, strukturellem Rassismus, Sexismus, Queer* und Trans*feindlichkeit ausgesetzt zu sein. Die entstehenden Mehrkosten für alternative Anreisemöglichkeiten bleiben hier wieder bei den betroffenen Communities hängen.

Unseren Versuch, eine Plattform zur Vernetzung von Mitfahrgelegenheiten aufzubauen, haben wir zu spät in­i­ti­iert, um tatsächlich eine sichere Alternative anbieten zu können. Auch hierfür möchten wir uns aufrichtig entschuldigen.

Wir werden im nächsten Festivaljahr die Organisation einer sicheren An- und Abreise zum Festivalgelände höher priorisieren. Ein Mitfahrer*innenportal zur Vernetzung soll rechtzeitiger aufgesetzt werden sowie mit den uns zur Verfügung stehenden Ressourcen ein eigenen Shuttle vom nächstgelegenen Bahnhof zum Gelände angeboten werden.

Außerdem möchten wir unsere Leerstelle bei der Organisation der An- und Abreise für unser Awareness Personal sichtbar machen. Wir haben im Vorfeld nicht klar genug kommuniziert, dass wir aufgrund unserer knappen finanziellen Ressourcen nur wenige private Shuttleservices anbieten können. Durch den zusätzlich wegfallenden Bassliner standen einige Personen vor der Herausforderung, keinen sicheren und gleichzeitig kostengünstigen Weg zu ihrem Arbeitsplatz zu haben. Auch hierfür möchten wir uns entschuldigen und uns insbesondere bei den betroffenen Personen bedanken, die uns darauf aufmerksam gemacht haben und Bildungsarbeit für uns geleistet haben.

Wir wollen beim nächsten Mal versuchen, auch hier mehr Angebote zu schaffen.

Darüber hinaus möchten wir uns auch und vor allem bedanken - bei den Menschen, die andere Besucher*innen in ihren Autos mitgenommen haben und bei den FLINTA+ und BI_PoC Kollektiven und einzelnen Personen, die uns am Sonntag geholfen haben, diese Abreisesituation zu bewältigen. Hervorzuheben ist, dass wieder betroffene Communities diejenigen waren, die die Arbeit geleistet haben. Danke an JUA Kollektiv, Coraci, Minzgespinst und Mariama (Bildung Macht Rassismus, BLACK COMMUNITY Coalition For Justice & Self-Defence).

Falls es von eurer Seite aus Kritik, Anmerkungen oder Fragen gibt, nutzt gerne unsere Umfrage (folgt). Falls ihr darüber hinaus das Bedürfnis nach Austausch über eine konkrete Situation verspürt, die euch immer noch beschäftigt oder beschäftigt hat, schreibt uns gern an awareness@fluidfestival.de.

Liebe Grüße

das Fluid Team

09/2022: Unsicheres Gelände und Geländewechsel // Statement

Liebe Besuchende, Mitarbeitende und Künstler*innen,

wir möchten euch darüber informieren, dass die nächste Ausgabe des Fluid Festivals auf einem anderen Gelände stattfinden wird und euch erklären, wieso wir uns für einen Geländewechsel entschieden haben.

Aufgrund eines vorausgehenden Wertekonflikts Ende 2021 mit dem Geländebesitzer unseres ursprünglichen Veranstaltungsgeländes, waren wir Anfang 2022 dazu gezwungen, uns unter zeitlichem Druck ein neues Festivalgelände zu suchen. Nach Kontaktaufnahme mit einer großen Zahl von Gemeinden, Vermietenden und anderen Festivalveranstaltenden, konnte nur eine Geländevermietung uns so kurzfristig ein Gelände bereitstellen. Für diese kurzfristige und hilfsbereite Zusammenarbeit möchten wir uns an der Stelle auch bei den Vermieter*innen bedanken!

Brandenburg ist, darüber sind und waren wir uns bewusst, kein sicheres Reiseziel für Personen der Bi_PoC und queeren Community. Trotzdem, und hier müssen wir unsere Leerstelle bzw. insbesondere unsere weißen Privilegien klar benennen, haben wir es versäumt, einen gründlichen Orts- und Backgroundcheck der Region durchzuführen. Außerdem müssen wir mit Gemeinde und Vermietenden unsere Werte- und Awarenessvorstellungen in Zukunft intensiver thematisieren, um sicherzustellen, nach den gleichen Vorstellungen und auf einer gemeinsamen Basis arbeiten zu können. Zwar stimmten wir in der vergangenen Kooperation in grundlegenden Vorstellungen überein, dennoch müssen wir in Zukunft bezüglich Awareness- und Wertevorstellungen einen noch engeren Austausch pflegen.

Aufgrund verschiedener Vorfälle im Verlauf des Festivalbetriebs ist eine weitere Ausgabe des Fluid Festivals auf dem diesjährigen Veranstaltungsgelände nicht denkbar. Wir möchten uns aufrichtig bei allen betroffenen Besuchenden entschuldigen, die durch unser leichtfertiges Handeln in puncto Geländewahl traumatisierenden oder gewaltvollen Situationen ausgesetzt sein mussten. Auch möchten wir uns bei denen entschuldigen, die sich durch unser Handeln gegen einen Besuch des Fluid Festivals entscheiden mussten. An dieser Stelle möchten wir uns zudem insbesondere bei allen Mitarbeitenden des Awareness Teams bedanken, die uns trotz eigener Betroffenheit dabei unterstützt haben, die Vorfälle zu bewältigen.

Aufgrund der knappen Verfügbarkeit von passenden Flächen können wir nicht ausschließen, dass das nächste Festivalgelände in Brandenburg liegen wird. Egal wo sich das Festival im nächsten Jahr befinden wird, werden wir aber einen verstärkten Fokus darauf legen, mit unseren Vermieter*innen in einen intensiveren Dialog über unsere Awareness- und Wertevorstellungen zu gehen sowie die Gemeinde, in der wir veranstalten, in diesen Dialog einzubinden. Im Idealfall möchten wir mit Festivals und/oder Kollektiven zusammenarbeiten, die nach außen eine klare rassismus- und diskriminierungskritische Haltung einnehmen. Außerdem werden wir dafür Sorge tragen, dass allen Besuchenden eine sicherere An- und Abreise ermöglicht wird.

Unsere Umgang mit der Geländeauswahl hat uns erneut gezeigt, aus welchen Positionierungen und daraus gegebenen Privilegien wir entschieden und gehandelt haben, und dass wir hinsichtlich Powersharing und Allyship noch ganz am Anfang stehen. Wir werden daraus lernen, unsere Leerstellen weiter aufarbeiten und in Zukunft mehr Verantwortung übernehmen.

Falls ihr darüber hinaus das Bedürfnis nach Austausch über eine konkrete Situation verspürt, die euch immer noch beschäftigt oder beschäftigt hat, schreibt uns gern an awareness@fluidfestival.de.

Liebe Grüße

das Fluid Team